Die meisten CMP-Anbieter liefern ein fertiges Template für den Google Tag Manager und legen nahe, das Banner einfach darüber einzubinden. Das ist bequem, und in vielen Containern, die ich übernehme, ist es genau so gelöst. Als Grundlage für Ihr Consent-Setup ist es trotzdem die falsche Wahl.
Nach diesem Artikel können Sie einschätzen, ob Ihre CMP richtig eingebunden ist, und wissen, warum sie in den Seitencode gehört.
Warum die CMP nicht in den GTM gehört
Der GTM wird über das Skript gtm.js geladen, und genau dieses Skript blockieren Adblocker, Browser-Erweiterungen und einige restriktive Browser. Hängt die CMP am GTM, fällt sie mit ihm aus. Der Nutzer sieht dann kein Banner und kann keine Entscheidung treffen.
Das wäre noch harmlos, wenn ohne GTM nichts mehr laufen würde. In der Praxis liegen aber fast immer weitere Tools direkt im Seitencode: Chat-Widgets, eingebettete Videos, Marketing-Automation, hartcodierte Pixel. Die laufen weiter, nur eben ohne Abfrage.
Die CMP muss mehr abdecken als den GTM
Die CMP ist die übergeordnete Instanz für alle Cookies und Tools auf der Website, nicht nur für die Tags im GTM. Sie informiert den Nutzer, holt die Einwilligung ein und speichert sie. Nach § 25 TDDDG braucht das Speichern oder Auslesen von Informationen auf dem Endgerät grundsätzlich eine Einwilligung, wenn es nicht unbedingt erforderlich ist. Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.
Diese Rolle kann die CMP nicht zuverlässig erfüllen, wenn sie selbst an dem System hängt, das sie kontrollieren soll.
Woran Sie es erkennen
Öffnen Sie den Quellcode Ihrer Website und suchen Sie nach dem Skript Ihrer CMP. Steht es nicht im Seitencode, sondern nur als Tag im GTM, ist die CMP über den GTM eingebunden. Ein schneller Praxistest: Aktivieren Sie einen Adblocker, laden Sie die Seite neu und prüfen Sie, ob das Banner noch erscheint.
Lösung: CMP direkt im Seitencode, vor dem GTM
Binden Sie das CMP-Skript direkt im Head der Website ein, vor dem GTM-Snippet. Der GTM liest den Consent-Status dann aus den Events der CMP und steuert darüber seine Tags. Wie diese Steuerung im GTM sauber aufgebaut wird, beschreibe ich im Ratgeber zum Consent Mode v2.
Nächster Schritt
Diese Punkte können Sie selbst prüfen:
- Einbindung: Steht das CMP-Skript im Seitencode oder nur als Tag im GTM?
- Reihenfolge: Lädt die CMP vor dem GTM-Snippet?
- Adblocker-Test: Erscheint das Banner auch mit aktivem Adblocker?
- Hartcodierte Tools: Welche Skripte laufen außerhalb des GTM, und deckt die CMP sie ab?
Wenn Sie die Einbindung umstellen wollen und dabei sicher sein möchten, dass nichts verloren geht, können Sie ein Erstgespräch buchen.
Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Benjamin Juling ist kein Rechtsexperte für Datenschutz. Wir empfehlen, die Umsetzung vor dem Einsatz mit einem Datenschutz-Experten oder einem Datenschutz-Anwalt zu prüfen.