Sie haben Server-side Tagging eingerichtet, der GTM lädt über Ihre eigene Domain, und trotzdem fehlen in GA4 Nutzer. Bei Setups, die ich übernehme, ist die Ursache häufig die sGTM-Subdomain: Heißt sie gtm.ihredomain.de, data.ihredomain.de oder analytics.ihredomain.de, blockieren viele Adblocker den Request, bevor er Ihren Server-Container erreicht.
Nach diesem Artikel können Sie prüfen, ob Ihre sGTM-Subdomain betroffen ist, und kennen zwei Wege, das zu beheben.
Warum Adblocker Ihre sGTM-Subdomain blockieren
Adblocker bewerten nicht Ihre Website, sondern gleichen jede Request-Adresse mit Filterlisten ab. Eine Filterliste ist eine öffentlich gepflegte Sammlung von Domains und Mustern, die der Blocker sperrt. Früher waren sprechende Subdomains der Standard, wenn der GTM über die eigene Domain laden sollte. Genau diese Namen sind heute ein Muster, das Filterlisten gezielt erfassen.
Auch Stape weist in seiner Wissensdatenbank zu auffälligen Subdomains darauf hin. Der Custom Loader, der den GTM über Ihre eigene Domain statt über Google lädt, hilft also nur, wenn die gewählte Subdomain selbst unauffällig ist.
Woran Sie es erkennen
Sie erkennen das Problem im Network-Tab Ihres Browsers:
- Aktivieren Sie einen verbreiteten Adblocker wie uBlock Origin.
- Öffnen Sie Ihre Website und in den Entwicklertools den Tab „Network“.
- Filtern Sie nach Ihrer sGTM-Subdomain.
- Erscheint der GTM-Request als blockiert oder gar nicht, steht Ihre Subdomain auf einer Liste.
Lösung 1: Container-Identifier als sGTM-Subdomain
Der schnellste Workaround ist eine Subdomain ohne Tracking-Bezug. Stape vergibt für jeden Server-Container einen zufälligen Identifier. Als Subdomain eingesetzt ist er kryptisch und steht in der Regel auf keiner Filterliste.
Das ist ein Workaround, keine Dauerlösung. Filterlisten werden laufend erweitert, und auch eine unauffällige Subdomain kann irgendwann erfasst werden.
Lösung 2: Same-Origin-Path auf Ihrer Hauptdomain
Sauberer ist der Same-Origin-Path: Der GTM lädt dann über einen Pfad wie ihredomain.de/metrics statt über eine eigene Subdomain. Damit gibt es kein Subdomain-Muster mehr, das eine Liste erfassen könnte. Stape beschreibt das Vorgehen im Artikel zum Same-Origin-Ansatz und verlinkt Anleitungen für gängige Plattformen.
Der Aufwand liegt im Routing: Ihr Server oder CDN muss die Requests auf diesem Pfad an den Server-Container weiterleiten. Wie Server-side Tagging grundsätzlich aufgebaut ist, erkläre ich im Ratgeber zu Server-side Tagging.
Wichtig: Eine robustere Auslieferung ändert nichts an der Einwilligung. Tags, die Consent brauchen, brauchen ihn weiterhin, unabhängig davon, über welche Adresse sie laden. Mehr dazu im Ratgeber zum Consent Mode v2.
Nächster Schritt
Diese Punkte können Sie selbst prüfen:
- Subdomain-Name: Enthält Ihre sGTM-Subdomain Begriffe wie gtm, sgtm, data, analytics oder tracking?
- Network-Tab: Lädt der GTM auch mit aktivem Adblocker?
- Custom Loader: Ist er installiert und auf dem aktuellen Stand?
- Same-Origin: Erlaubt Ihr Hosting oder CDN ein Routing über einen Pfad der Hauptdomain?
Ein Gespräch lohnt sich, wenn Sie den Same-Origin-Path einrichten wollen und dafür Ihr Hosting angepasst werden muss. Einen Termin können Sie direkt im Kalender buchen.
Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Benjamin Juling ist kein Rechtsexperte für Datenschutz. Wir empfehlen, die Umsetzung vor dem Einsatz mit einem Datenschutz-Experten oder einem Datenschutz-Anwalt zu prüfen.