Das Banner erscheint, der Nutzer klickt auf „Ablehnen“, und trotzdem gehen Tracking-Requests raus. Leider sehe ich genau das immer wieder, wenn ich GTM-Container von Kunden oder Agenturen übernehme: Eine CMP ist eingebaut, aber die Tags im GTM halten sich nicht an die Entscheidung.

Nach diesem Artikel wissen Sie, warum das passiert, wie Sie es im Vorschaumodus erkennen und wie Sie Ihre Tags mit einem No-Consent-Trigger absichern.

Warum eine CMP nicht automatisch blockt

Eine CMP, also eine Consent-Management-Plattform, zeigt das Banner, speichert die Entscheidung und meldet sie über Events an den dataLayer. Ob die Tags im GTM auf diese Meldung reagieren, entscheidet allein die Konfiguration im Container. Hat ein Tag keine Bedingung auf den Consent-Status, feuert es, sobald sein Trigger auslöst.

Rechtlich ist die Lage klar: Nach § 25 TDDDG braucht das Speichern oder Auslesen von Informationen auf dem Endgerät eine Einwilligung, sofern es nicht unbedingt erforderlich ist. Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung, aber für Marketing- und Analytics-Tags ist die Einwilligung in der Regel Voraussetzung.

Besonders kritisch: Scroll, Timer und Klicks

Scroll-Depth-, Timer- und Klick-Trigger feuern durch reines Nutzerverhalten, nicht durch eine Entscheidung im Banner. Der Nutzer scrollt, ein Timer läuft ab, jemand klickt einen Link, und das Event geht raus. Im Testing fallen diese Tags seltener auf, weil meist nur der Seitenaufruf geprüft wird.

Woran Sie es erkennen

Der Vorschaumodus des GTM zeigt es Ihnen direkt:

  1. Starten Sie die Vorschau und lehnen Sie im Banner alles ab.
  2. Scrollen Sie, warten Sie einige Sekunden und klicken Sie Links.
  3. Prüfen Sie, welche Tags gefeuert haben und welche Events im dataLayer stehen.
  4. Wiederholen Sie das mit teilweiser und vollständiger Zustimmung.

Feuert ein Marketing- oder Analytics-Tag bei Ablehnung, fehlt die Absicherung.

Die Absicherung besteht aus zwei Teilen. Erstens feuern betroffene Tags erst, wenn das Consent-Event Ihrer CMP angekommen ist. Zweitens legen Sie einen No-Consent-Trigger an, der greift, solange keine Einwilligung für die jeweilige Kategorie vorliegt, und hängen ihn als Ausnahme an die Tags. Erst beides zusammen verhindert, dass ein Scroll- oder Timer-Trigger das Tag trotzdem auslöst.

Dabei gilt: Jede CMP tickt anders. Wie die Consent-Events heißen, wann sie kommen und welche Kategorien sie übermitteln, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Schauen Sie sich die Events Ihrer CMP im dataLayer genau an, bevor Sie die Trigger bauen. Wie der Consent Mode von Google dabei mitspielt, erkläre ich im Ratgeber zum Consent Mode v2.

Nächster Schritt

Diese Punkte können Sie selbst prüfen:

  • Ablehnung testen: Feuert bei abgelehnter Einwilligung noch ein Marketing- oder Analytics-Tag?
  • Trigger-Typen: Welche Scroll-, Timer- und Klick-Trigger gibt es im Container?
  • Ausnahmen: Haben diese Tags einen No-Consent-Trigger als Ausnahme?
  • CMP-Events: Kennen Sie die Event-Namen, die Ihre CMP in den dataLayer pusht?

Weitere typische Fehler im Tracking-Setup finden Sie im Ratgeber zu den häufigsten Conversion-Tracking-Fehlern. Wenn Sie Ihren Container prüfen lassen wollen, können Sie ein Erstgespräch buchen.

Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Benjamin Juling ist kein Rechtsexperte für Datenschutz. Wir empfehlen, die Umsetzung vor dem Einsatz mit einem Datenschutz-Experten oder einem Datenschutz-Anwalt zu prüfen.