GA4, Meta, LinkedIn, TikTok, Hotjar und drei Retargeting-Pixel aus einer Kampagne, die vor zwei Jahren endete. So sieht ein Container aus, den ich in B2B-Projekten regelmäßig übernehme. Jedes einzelne Tag wurde einmal mit gutem Grund eingebaut, und keines davon hat jemand je wieder hinterfragt.
Nach diesem Artikel wissen Sie, wie Sie Ihren Container nach Tags ohne Nutzen durchsuchen und was mit den übrigen passieren sollte.
Warum viele kleine Tags eine zähe Seite ergeben
Der Google Tag Manager selbst ist schlank, die Last entsteht durch das, was er lädt. Jedes Pixel bringt eigenes JavaScript, eigene Requests und oft eigene Cookies mit. Google schreibt in den Best Practices für Tags und Tag Manager, dass ein einzelnes Tag meist wenig kostet, die Wirkung bei Dutzenden oder Hunderten Tags auf einer Seite aber erheblich werden kann.
Dazu kommt ein organisatorisches Problem. Jedes Tag ist „nur ein kleines Skript“, also fühlt sich niemand für die Summe zuständig. Agenturen bauen ein, kündigen und hinterlassen ihre Pixel.
Woran Sie es erkennen
Drei Prüfungen zeigen, wie viel Ballast Ihr Container trägt:
- Exportieren oder sichten Sie die Tag-Liste im GTM und notieren Sie zu jedem Tag Plattform und Zweck.
- Prüfen Sie für jede Plattform, ob noch ein aktives Konto, eine laufende Kampagne oder ein Bericht daran hängt.
- Öffnen Sie im Browser den Network-Tab der Entwicklertools und zählen Sie die Domains von Drittanbietern, die beim Seitenaufruf geladen werden.
Lösung: Ausmisten und den Rest verlagern
Stellen Sie für jedes Tag eine Frage: Wer nutzt diese Daten, und für welche Entscheidung? Gibt es keine Antwort, pausieren Sie das Tag und löschen es nach einer Frist. Eine Trigger-Ausnahme reicht nicht, denn der Code bleibt dann im Container. Räumen Sie dabei auch die zugehörigen Trigger und Variablen auf.
Was bleibt, verlagern Sie wo möglich auf einen Server-Container. Beim Server-side Tagging sendet der Browser die Daten einmal an Ihren eigenen Server, und erst dieser verteilt sie an GA4, Meta oder LinkedIn. Der Code der Anbieter läuft dann nicht mehr im Browser Ihrer Besucher. Wie das aufgebaut ist, erkläre ich im Ratgeber zu Server-side Tagging. Planen Sie das Ausmisten fest ein, etwa einmal pro Quartal, damit der Container nicht wieder zuwächst.
Nächster Schritt
Diese Punkte können Sie selbst prüfen:
- Zweck: Lässt sich für jedes Tag in einem Satz sagen, wofür die Daten gebraucht werden?
- Altlasten: Gibt es Pixel von Plattformen oder Kampagnen, die nicht mehr laufen?
- Blockierte Tags: Sind Tags nur per Trigger-Ausnahme abgeschaltet statt pausiert oder gelöscht?
- Drittanbieter: Wie viele fremde Domains lädt Ihre Startseite im Network-Tab?
Wie die Datenbasis für Kampagnen aussehen sollte, bevor neue Pixel dazukommen, beschreibe ich im Ratgeber zu B2B Performance Marketing. Wenn Sie Ihren Container gemeinsam mit mir durchgehen wollen, können Sie ein Erstgespräch buchen.
Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Benjamin Juling ist kein Rechtsexperte für Datenschutz. Wir empfehlen, die Umsetzung vor dem Einsatz mit einem Datenschutz-Experten oder einem Datenschutz-Anwalt zu prüfen.