Der GTM wartet sauber auf die Antwort der CMP, doch im Quellcode der Website stehen noch Leadinfo, das Meta Pixel und das LinkedIn Insight Tag. Diese Konstellation finde ich in B2B-Setups häufig, meist historisch gewachsen: Ein Skript war vor dem GTM da, ein anderes hat jemand direkt ins Theme gesetzt.

Nach diesem Artikel können Sie hardcodierte Tracking-Skripte auf Ihrer Website finden und wissen, wie Sie sie in den GTM überführen.

Ein Skript im Quellcode lädt, sobald die Seite lädt. Ihre CMP steuert in vielen Setups nur, was im GTM passiert, und was außerhalb liegt, bekommt von der Entscheidung im Banner nichts mit. Nach § 25 TDDDG braucht das Speichern oder Auslesen von Informationen auf dem Endgerät grundsätzlich eine Einwilligung, sofern es nicht unbedingt erforderlich ist. Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung.

Manche CMPs können Skripte im Quellcode zusätzlich blockieren. Das muss aber eigens eingerichtet und bei jeder Änderung gepflegt werden.

Was Sie außerdem verlieren

  • Übersicht: Niemand sieht an einer Stelle, welche Skripte auf der Website laufen.
  • Tempo: Jede Änderung an einem Pixel braucht ein Deployment der Website statt einer Veröffentlichung im GTM.
  • Versionierung: Im GTM ist jede Änderung als Version nachvollziehbar, im Theme meist nicht.

Wer den GTM hat und trotzdem hardcoded, hat zwei Systeme und kontrolliert keins davon.

Woran Sie es erkennen

  1. Lehnen Sie im Banner alles ab und prüfen Sie im Network-Tab, welche Requests trotzdem an Anbieter wie Meta, LinkedIn oder Leadinfo gehen.
  2. Durchsuchen Sie den Quelltext nach Domains wie connect.facebook.net oder snap.licdn.com und nach Anbieternamen.
  3. Prüfen Sie Theme-Dateien, Plugins und Header-Felder im CMS.
  4. Vergleichen Sie die Funde mit den Tags im GTM-Container.

Lösung: Alles in den GTM, ein Snippet im Quellcode

Migrieren Sie jedes Skript in den GTM und binden Sie es an Ihr Consent-Setup. Testen Sie im Vorschaumodus und entfernen Sie erst danach den Code aus dem Quelltext, sonst feuert das Skript doppelt. Am Ende enthält der Quellcode genau ein Tracking-Snippet: den GTM-Loader, dazu gegebenenfalls das Skript Ihrer CMP. Wie die CMP sauber mit dem GTM zusammenspielt, beschreibe ich unter CMP über den GTM einbinden.

Achten Sie auch auf Tools, die Skripte nachladen, etwa HubSpot, wie im Artikel zum HubSpot Doppeltracking beschrieben. Wie Sie einen Container von Anfang an sauber aufbauen, lesen Sie im Ratgeber zum Google Tag Manager.

Nächster Schritt

Diese Punkte können Sie selbst prüfen:

  • Ablehnung testen: Gehen bei abgelehnter Einwilligung Requests an Werbe- oder Analytics-Anbieter raus?
  • Quelltext: Stehen außer dem GTM-Loader weitere Tracking-Skripte im Code?
  • CMS: Gibt es Plugins oder Header-Felder, die Skripte einfügen?
  • Doppelt: Liegt ein Skript sowohl im Quellcode als auch im GTM?

Wenn Sie Ihre Skripte in den GTM überführen wollen, können Sie ein Erstgespräch buchen.

Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Benjamin Juling ist kein Rechtsexperte für Datenschutz. Wir empfehlen, die Umsetzung vor dem Einsatz mit einem Datenschutz-Experten oder einem Datenschutz-Anwalt zu prüfen.